Der Klausenerkiez

Nachdem ich  weiß, wie mein Kiez heißt, möchte ich natürlich mehr über ihn erfahren. Was steckt hinter dem Namen Klausenerkiez ? Wie erhalte ich Informationen zum Kiez und was macht den Klausenerplatz zu etwas Besonderem?

Lage

Der Klausenerkiez befindet sich zwischen der Ringbahn im Westen und der Schloßstraße im Osten. Das Gebiet wird vom Spandauer Damm im Norden und dem Kaiserdamm im Süden eingegrenzt. Der Kiez wird durchzogen von der Sophie-Charlotten-, Danckelmann-, Nehring-, Wundt- und Schloßstraße auf der Nord-Süd-Achse und von der Gardes-du-Corps-, Neufert-, Christ-, Neue Christ-, Seeling-, Knobelsdorffstraße und dem Horstweg auf der West-Ost-Achse.

 

Namensgebung

Da der Klausenerplatz am nördlichen Ende des Kiezareals liegt, hat sich für manch einen die alternative Kiezbezeichnung Danckelmannkiez etabliert. Hierdurch wird statt des Klausenerplatzes die Danckelmannstraße zum zentralen Element. Schließlich verläuft diese genau durch den gesamten Kiez vom Klausenerplatz bis hin zum Kaiserdamm.

Namensgeber ist Eberhard Christoph Balthasar Freiherr von Danckelman. Derer von Danckelman waren ein westfälisches Adelsgeschlecht, dass mit dem Hof der Hohenzollern eng verbunden gewesen ist. Mit dem „Danckelman’schen Siebengestirn“ nahm diese Familie großen Einfluss auf die Politik Ende des 17. Jahrhundert. Denn die sieben juristisch geschulten Brüder bekleideten allesamt hohe Staatsämter, die sie ihrem Bruder Eberhard verdankten. Dieser hatte die Stellung als Hauslehrer und Berater des jungen Kurprinzen und späteren preußischen Königs Friedrich inne.

Die Machtposition Eberhards und seine politische Beeinflussung des Königs brachten jedoch Königin Sophie Charlotte gegen Danckelman auf. Der intrigante Machtkampf zwischen Danckelman und Sophie Charlotte, der auch als Affäre Danckelman in die Geschichte einging endete im politischen Sturz und der Verbannung des ehemaligen Hauslehrers.

Ein wenig ironisch belächeln historisch gebildete Kiezbewohner den einträchtig parallelen Straßenverlauf von Sophie-Charlotte- und Danckelmannstraße zum Schloss und nennen ihren Kiez dann doch lieber nach Klausener.

Manche sprechen dabei vom Klausenerplatz-Kiez, andere kürzen den Namen ab und nennen ihn einfach Klausenerkiez. Ursprung dieses Kieznamens ist der am Spandauer Damm gelegene Platz, welcher seit 1950 nach Erich Klausener benannt ist.

Klausener war Vorsitzender der Berliner Katholischen Aktion und wurde während der politischen Säuberungswelle des „Röhm-Putsches“ 1934 von den Nationalsozialisten ermordet.

Klausenerplatz

Ursprünglich war der Platz ein Reitplatz für die in der Schloßstraße kasernierten Soldaten des Garde du Corps-Regiments und wurde 1844 erstmals als solcher erwähnt.

Im Hobrechtplan plante man die Umgestaltung zu einem Schmuckplatz, der 1887 nach Prinz Friedrich Karl Nikolaus von Preußen benannt wurde. Dieser wurde mit Linden bepflanzt und erhielt zwei Diagonalwege. Darüber hinaus erhielt der repräsentative Platz moderne Gaslaternen, welche den Platz noch heute erleuchten.

1922 wurde der Friedrich-Karl-Platz dann aufwendig umgestaltet. Dabei mussten die Diagonalwege einer großen Spielfläche weichen, welche den Platz noch heute so beliebt machen.

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Klausenerplatz vom Spandauer Damm aus – Stand: Februar 2015

Derzeit wird der Kinderspielplatz aufwendig renoviert und ist daher gesperrt.

Klausenerkiez

Allein durch die Recherche zum Kieznamen habe ich sehr viel an Berlin- und Regionalgeschichte in Erfahrung bringen können. Die Frage bleibt:

Wo erhalte ich Informationen speziell zu meinem Kiez?

Im Netz bin ich bei meiner Suche auf den Klausenerplatz e.V. gestoßen. Dieser engagiert sich schon seit Jahren für und im Kiez. Es gibt einen Weblog, ein KiezBüro und sogar ein KiezBlatt.  Mir fällt auf: In meinem Kiez ist scheinbar einiges los!

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KiezBüro in der Seelingstr. 14

Was Informationen rund um den Kiez angeht kann ich dank dieser engagierten Einrichtungen auf mindestens 10 Jahre intensiver Kiezforschung zurückgreifen. Seit 2010 gibt es die Reihe „Kiez-Geschichten“, welche sich mit einzelnen Ereignissen, Persönlichkeiten und Bauwerken auseinandersetzt.

Infomaterial Kiez

Informationsmaterial zum Kiez – Faltblätter,Karten, Pläne und Publikationen

Alle Publikationen können für einen kleinen Umkostenbeitrag im KiezBüro erworben werden. Geöffnet ist das KiezBüro montags, mittwochs und freitags von 10 bis 14 Uhr, sowie dienstags und donnerstags von 14 bis 18 Uhr.

Eine tolle Sache bei der die Arbeitsgruppe Stadtteilgeschichte für ihre Veröffentlichungen auf rund 300 Jahre Kiezgeschichte zurückgreifen kann. Das KiezBlatt bekommt man in teilnehmenden Geschäften und im Kiez-Büro kostenlos.

KiezBlatt

Das KiezBlatt erscheint quartalsweise seit 2001 und liegt kostenlos in Geschäften, Lokalen und im KiezBüro aus – Auflage: 4000

Wie mir scheint, ist es gar nicht so schwer etwas über meinen Kiez in Erfahrung zu bringen 🙂

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