Ausstellung: Wer ist der Mann auf dem Tuch?

Bei einem meiner Streifzüge durch Alt-Lietzow habe ich die Ausstellung „Wer ist der Mann auf dem Tuch? Eine Spurensuche“ entdeckt. Hierbei handelt es sich um die erste Ausstellung zum Turiner Grabtuch in Deutschland. Im September wurde die Ausstellung im Bonifaziuskloster in Heiligenstadt eröffnet. Derzeit macht die Wanderausstellung in Berlin Station.

Seitdem das bärtige Antlitz 1898 erstmals auf  einem Foto gesichtet wurde, beschäftigen sich Theologen und Wissenschaftler genauer mit dem Turiner Grabtuch. Denn das Tuch wird als Ikone verehrt, da Jesus nach seinem Tod in dieses gewickelt und ins Grab gelegt worden sein soll. Sindonologie heißt der Forschungszweig, welcher sich mit der Erforschung des Grabtuchs befasst.

 „Dieses in das Tuch eingedrückte Bild spricht zu unserem Herzen und drängt uns, den Kalvarienberg hinaufzugehen, das Holz des Kreuzes zu schauen, uns in das beredte Schweigen der Liebe zu versenken. Lassen wir uns also von diesem Blick berühren, der nicht unsere Augen sucht, sondern unser Herz. Hören wir, was er uns im Schweigen sagen will, der über den Tod selbst hinausgeht.“ (Papst Franziskus)

Inspiriert von einer Pilgerreise ins Heilige Land, wollten die Malteser ein Wissens- und Glaubenserlebnis für Deutschland konzipieren, wie sie es in der Ausstellung zum Turiner Grabtuch 2009 in Notre Dame de Jerusalem erlebt hatten.

In rund sechs Jahren Vorbereitung entstand die Wanderausstellung, welche die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur wahren Herkunft des Leinens ebenso berücksichtigt wie theologische Sichtweisen zur wohl bekanntesten Ikone der katholischen Welt. Konzipiert wurde die Ausstellung von den Maltesern und dem Erzbistum Köln mit der Absicht, die Betrachter auf eine Spurensuche mitzunehmen.

Highlights der Ausstellung sind ein Korpus, der aus einer 3D-Betrachtung der Spuren am Tuch gefertigt wurde, sowie eine originalgetreue Nachbildung des Tuches.

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Ergänzt werden diese Exponate durch thematisch passende Ausstellungsstücke wie Dornenkrone, Geißel und  Nägel, wie sie zur damaligen Zeit bei einer Kreuzigung verwendet wurden. Insgesamt sieben Vitrinen und 22 Informations-Aufsteller bieten Anregung zur Diskussion. 

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Besichtigen kann man die Ausstellung in Charlottenburg noch bis zum 14. März 2015. Jeweils Dienstags bis Sonntags zwischen 12 und 16 Uhr sind die Türen des Malteser-Saals für Besucher geöffnet. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erlaubt. Eine Führung nach Terminabsprache, sowie umfangreiches Begleitmaterial stehen ebenfalls zur Verfügung.

Hinweis

Das Turiner Grabtuch wird normalerweise nur alle 10 Jahre ausgestellt. Letzte Gelegenheit bot sich 2010 und wurde von mehr als 2 Millionen Besuchern genutzt. Anlässlich des 200. Geburtstag des heiligen Johannes Bosco wird das Turiner Grabtuch außerplanmäßig von Mitte April bis 16. August 2015 im Dom von Turin präsentiert. Am 21. Juni 2015 wird Papst Franziskus persönlich dem Grabtuch einen Besuch abstatten.

 

Weitere Informationen

finden sich auf der Website zur Ausstellung „Wer ist der Mann auf dem Tuch?“ der Berliner Malteser.

Einen kleinen Überblick zur Kontroverse über das Turiner Grabtuch bietet sich hier:

Ist das Turiner Grabtuch doch gefälscht? (Die Welt 6.10.2009)

Glaube vs. Wissenschaft – das Geheimnis des Turiner Grabtuchs (Fokus 20.04.2012)

Das Turiner Grabtuch ist echt! – Drei neue Datierungsmethoden weisen ins 1. Jahrhundert (Magazin für Kirche und Kultur 25.2.2014)

Eigentlich faszinierend, dass es heutzutage noch religiöse Ikonen gibt, die ihr Geheimnis nicht preisgeben wollen.

 

 

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