Der Brixplatz in Westend

Während der Lietzenseepark ein recht großer Park ist, wurde der Brixpark auf einem wesentlich kleineren Areal geschaffen. Hier entstand ein Lehrpark in welchem man den Westendern die Geologie, Flora und Fauna des Brandenburger Umlandes nahebringen wollte. Der idyllische Park ließ das früher Sachsenplatz genannte Karree zum beliebten Wohnort für Prominente werden. 

Prominente vom Brixplatz

In der Hausnummer 9 lernte der Boxer Max Schmeling seine spätere Frau, die Schauspielerin Anny Ondra kennen. Gleich im Nachbarhaus mit der Nummer 11 lebte der Künstler und Dichter Joachim Ringelnatz, der den „Sachsenplatz“ sogar in einem seiner Gedichte verarbeitete. Auf der anderen Seite des Brixplatzes in der Hausnummer 3 wohnte der Komponist Paul Hindemith.

Das Parkgelände

Der Brixpark ist streng gegliedert. Im Zentrum befindet sich ein großer Teich um welchen alle Wege herum führen. Zahlreiche Aussichtsplattformen mit Parkbänken laden zum Verweilen ein. In der südwestlichen Ecke befindet sich ein Kinderspielplatz. Im Südosten eine Pergola, im Nordosten ein Schulgarten und im Nordwesten steht eindrucksvoll ein Kalksteinfelsen über welchen im Sommer ein Wasserfall den Teich mit Wasser versorgt. Wie auch schon der Lietzenseepark wurde der Brixpark, wie er sich uns heute zeigt, von Erwin Barth konzipiert.

“Sie, die Bevölkerung, will im Häusermeer Grünflächen haben, in welchen sie die reiche Blumen- und Pflanzenwelt in Muße betrachten kann, in welchen die Erwachsenen sich erholen, die Kinder spielen können. Dementsprechend werden für die Kinder Spielplätze, für die Erwachsenen zahlreiche Ruheplätze geschaffen, die mit schönblühenden Sträuchern, mit schattenspendenden Bäumen und vor allem mit wirkungsvollem, abwechslungsreichem Blumenschmuck versehen sind. Man versuchte, die vorgenannten Einrichtungen zu einem künstlerisch-schönen Ganzen mit guter Raum- und Flächenwirkung zusammenzufassen.” (Erwin Barth zu seinem Entwurf für den Sachsenplatz, 1913)

Der Schulgarten

In der nordöstlichen Ecke hat Barth einen Schulgarten aufgebaut . Dieser ist wie in der systematischen Abteilung eines Botanischen Gartens nach dem botanischen Verwandtschaftssystem geordnet. Er führt anschaulich die natürlichen Vegetationsbilder und geologischen Formationen der Mark Brandenburg vor Augen, die schon Anfang des letzten Jahrtausends zu schwinden und den Städtern fremd zu werden begannen.

Der Kinderspielplatz

Ganz nach den Parkplänen Barths für die 20er Jahre wurde in der südwestlichen Ecke für die Kinder ein Spielplatz eingefügt.

Rüdersdorfer Kalkfelsen in Berlin

Besonderer Hingucker ist der in der nordwestlichen Ecke errrichtete Kalksteinfelsen, wie man ihn sonst in Rüdersdorf erleben kann. Von diesem fällt im Sommer ein Wasserfall herab, der den tieferliegenden Teich mit Wasser speist.

Das Parkinnere

Das gesamte Gelände besitzt eine sehr ausgehöhlte Form, da der „Platz“ vorher eine Kiesgrube war. Durch  14 Meter Höhenunterschiede konnte das Platzinnere als geschütztes Biotop realisiert werden, während die Besucher auf den höher gelegenen Wegen dank mehrerer Aussichtsplattformenauf den vielen Parkbänken verweilen und die Idylle geniessen konnten.

Das Platzinnere sollte nach Barths Plan nicht betreten werden, damit die mühsam von überall her zusammengetragenen Pflanzen und  Tiere ungestört blieben. Seit 1960 sind die Pflegewege jedoch geöffnet und die Sicherheit der Biotope ist nicht mehr gewährleistet.

Der Teich weist nur einen niedrigen Füllstand auf, eigentlich sind es drei separat erscheinende Teichabschnitte. Diese sind von Entengrütze bedeckt. Hier und da sieht man Flaschen und anderen Müll herausragen. 4 Enten scheinen die einzigen zu sein, die sich derzeit hier wohl fühlen.

Aussichtsplattformen

Besucher bleiben eher auf dem Außenring, wo zahlreiche Parkbänke einen wunderbaren Blick auf den unten liegenden Teich und die oben thronenden Kalksteinfelsen bietet.

Aus der Entfernung ist der Park nämlich nach wie vor schön anzusehen und eine Oase der Ruhe mit Vogelgezwitscher.

 

Die Pergola

Das der Park in die Jahre gekommen ist, zeigt auch die Pergola in der Südostecke. Deren Holzkonstruktion ist inzwischen so berankt und morsch, dass sie wegen Einsturzgefahres gesperrt werden musste.

Aktiv engagiert sich die Parkinitiative Brixplatz für den Erhalt dieses innerstädtischen Idylls. Ihr Augenmerk liegt derzeit vor allem in der Bewahrung des Schulgartens.

Webschmankerl

Spaziergänge durch ganz Berlin finden sich bei „Flanieren in Berlin

Historische und aktuelle Fotos vom Grünflächendenkmal sowie alte Pläne für den Sachsenplatz finden sich beim Bezirksamt

Nicht nur für Biografien ist das Lebendige Museum Online (LeMO) des Deutschen Historischen Museums (DHM) eine gute Quelle, reinschauen lohnt sich!

 

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4 Kommentare

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