Was ist ein Charlottenburger?

Charlottenburg kann auf mehr als 300 Jahre Geschichte zurückblicken. Entsprechend haben sich für den Begriff „Charlottenburger“ im Laufe der Zeit auch mehrere Bedeutungen etabliert. Ich wünsche euch viel Spaß mit den Antworten, die ich auf die Frage „Was ist ein Charlottenburger?“gefunden habe.

1. Bewohner des Bezirks Charlottenburg

Die einfachste Antwort ist natürlich „Jemand, der in Charlottenburg lebt“. Auch wenn man damit bei manch einem den Disput startet, ob man sich nicht nur dann als Charlottenburger bezeichnen dürfe, wenn man auch im Bezirk geboren und aufgewachsen sei. Alle anderen würden dieser Sichtweise nach als „Hinzugezogene“ gelten.

2. Tuch für die Wanderschaft

Wenn Gesellen früher auf Wanderschaft gingen, so bewahrten sie ihr Hab und Gut in einem Felltornister auf. Ein wunderbarer Lebensraum für Krankheiten und Ungeziefer aller Art. Aus hygienischen Gründen verbot Charlottenburg den Gesellen den Eintritt in ihre Stadt mit einem solchen Fellrucksack. Die schlauen Wandersleute schlugen daraufhin ihre Sachen in ein großes Tuch ein, mit welchem sie eingelassen wurden. Wegen der Charlottenburger Regel wurde es bald unter reisenden Gesellen üblich, die Habseligkeiten in Tüchern statt im Tornister zu transportieren. Dafür wird ein meist 80 x 80 Zentimeter großes Tuch verwendet, das noch heute „Charlottenburger“ genannt wird.

Bild: Charlottenburger vom Fremden Freiheitsschacht, Fotograf: Andreas Stemmer, Quelle: Wikimedia Commons

In freier Wildbahn sieht die Verwendung dieses Charlottenburgers auf Wanderschaft dann folgendermaßen aus:

CharlottenburgeraufWanderschaft

3. Art des Schneuzens

Der „Charlottenburger“ ist eine meist bei Sportlern und Bauarbeitern gebräuchliche Schneuzmethode , die ohne ein Taschentuch auskommt. Dabei wird folgendermaßen vorgegangen: Man nimmt einen beliebigen Finger und drückt diesen wahlweise auf ein Nasenloch. Durch die Ausübung von genügend Druck fliegt der überflüssige Naseninhalt daraufhin torpedoartig aus dem freien Loch. Diese Methode des Schneuzens wurde wohl sehr häufig bei den Fuhrleuten zwischen Charlottenburg und Berlin beobachtet.

4. Gehwegsplatte

Steinplatten aus Lausitzer oder Schlesischem Granit wurden seit den 1860er Jahren als Bürgersteigwege verlegt. Die wohlhabende Stadt Charlottenburg verwendete hierzu besonders große Platten, welche daraufhin im Volksmund „Charlottenburger“  genannt wurden. Aufgrund ihrer stabilen Form werden diese auch „Schweinebäuche“ genannt. Wohlgemerkt nur der stabilen Form wegen, nicht eines angeblichen Gewichtsproblems seitens der Charlottenburger Bevölkerung!

Gehwegsplatte "Charlottenburger"

Gehwegsplatte „Charlottenburger“

5. Burgerladen

Apropos Essen: Das Geschäft in der Schloßstraße 39 (Nähe Sophie-Charlotten-Platz) hat den Bezirksnamen wortspielerisch zu einem Burger umgestaltet. Ab 11 Uhr ist der gastronomische Betrieb täglich geöffnet. Per Lieferdienst kann die gesamte Produktpalette auch zu Hause gegessen werden.

 

Falls jemand noch eine weitere Bedeutung des Begriffs „Charlottenburger“ kennt: Bitte ergänzt meine Recherche-Ergebnisse durch einen Kommentar!

 

 

 

 

 

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