Tapas im „Viva la Vida“

Nach fast zwei Jahren auf Mallorca habe ich mich an die spanischen kleinen Snacks sehr gewöhnt. Um die Häppchen auch in Berlin zu geniessen sind wir bisher immer in das Tres Tapas in Prenzlauer Berg gefahren. Bei einem meiner Streifzüge entdeckte ich jedoch im Witzlebenkiez das Lokal mit dem klangvollen Namen „Viva la Vida“. Da das kleine Restaurant auch Tapas anbot, war dies Grund genug diese auch einmal auszuprobieren.

Ein hungriges und Tapas verwöhntes Vierergespann machte sich relativ spontan am Dienstag Abend auf den Weg in die Suarezstraße 31.

Das Lokal

Der von außen recht kleine Laden präsentierte sich nach dem Betreten in erstaunlicher Größe. Während im vorderen Bereich nur zwei Tischreihen an den Wänden entlang stehen können, die man beim Vorbeigehen durch die große Fensterfront einsehen kann, erstreckt sich das Lokal sehr weit in die Tiefe und bietet im hinteren Bereich auch für größere Gruppen ausreichend Platz. Blauäugig hatte ich auf eine Reservierung verzichtet, doch da wir nicht am Wochenende hingingen und das Lokal recht versteckt liegt, fand sich problemlos ein Platz im vorderen Bereich.

Die Einrichtung ist geschmackvoll schlicht. Durch den kieztypischen Altbau sind die Decken recht hoch und bieten ausreichend Platz für einen Kronleuchter, der zusammen mit kleinen Wandlampen das Lokal in sanftes Licht hüllt. Ein besonderer Blickfang und gutes Gesprächsthema beim ersten Besuch war das mit spanischen Persönlichkeiten durchsetzte Wandgemälde. Da ich keine Fotos ohne Menschen machen konnte, habe ich auf Innenaufnahmen verzichtet. Schaut euch bei Interesse die hauseigenen Bilder an, oder erlebt das Ambiente einfach bei einem eigenen Besuch.

Tapas-Grundregeln

Allen war klar, dass Tapas nur kleine Mengen sind und sich die angegebenen Preise schnell zu einer größeren Summe zusammen addieren könnten. Doch gerade durch die Möglichkeit eine Vielzahl an Speisen zu probiert ist das Tapasessen für Gruppen nicht nur gut geeignet, sondern auch preislich vernünftiger als zu zweit oder alleine. Man einigt sich einfach auf die zu bestellenden Gerichte und teilt anschließend die Rechnung fair auf. Kleinere Kämpfe um die beliebtesten Leckerbissen sind im Preis natürlich inbegriffen.

Ein Abend in 10 Aspekten

1. Ein Blick auf die Karte offenbarte nicht nur eine Auswahl von zwei Seiten Tapas. Man konnte bei diesen auch zwischen verschiedenen Portionsgrößen wählen. So waren neben den traditionellen tapas, auch halbe und ganze Portionen bei den meisten Gerichten bestellbar. Das hat den Vorteil, dass auch bei Gerichten, wo der Geschmack auseinander geht, auf keine Köstlichkeit verzichtet und bei beliebten Speisen nicht ständig nachbestellt werden muss.

2. Alle unsere Lieblingsgerichte (ohne einen Blick in die Kategorie Meeresbewohner oder die weitere Karte zu verschwenden) standen zur Auswahl. Entsprechend schnell war die Bestellung zusammen gestellt.

3. Sangria sowohl in weiß als auch in rot standen zur Auswahl. Das Glas war groß, hatte die richtige Temperatur, nur der verwendete Rotwein war etwas herber als ich es von den süßen Mischungen Mallorcas gewohnt war. Zudem fehlte der damit assoziierte Meerblick – aber da kann das Lokal nichts dran ändern.

Sangria

 

4. Wie in Spanien üblich wurde zu den Getränken Oliven und Ajoli gebracht. Auf Kosten des Hauses, wie der freundliche Kellner bemerkte, als wir Brot und Ajoli bewusst auch in unserer Bestellung für das große Futtern mit aufzählten.

Vorspeise_Tapas

5. Schnell waren die gewünschten Speisen heruntergerasselt und seitens des Kellners ebenso schnell vermerkt worden. Ein erneutes Vorlesen bestätigte, dass alles vermerkt worden war. Nur fehlten zwei der Bestellungen als alles nach moderater Wartezeit auf dem Tisch ankam. Nach einem kurzen Hinweis wurde aber beides – sobald zubereitet – nachgereicht.

6. Die Portionen waren ob Fleisch, Gemüse oder Beilage nur von den jeweiligen Gefäßen begrenzt. Alles wurde in traditionellen tönernen Schalen serviert und schmeckte wie wir es in Erinnerung hatten. Die chorizo war kross angebraten, die pimientos de patrón salzig und weich, die patatas bravas weich aber mit viel Soße. Die croquetas bestanden aus einer cremigen Schinkenmasse und die datiles con bacon war eine herrlich heiße süß-würzige Kombination, die so schnell weg waren, dass man nicht einmal ein Foto mehr machen konnte. Nur die Albóndigas wurden nicht heiß serviert, schmeckten aber auch kalt hervorragend. Selbst die Brotscheiben waren außen kross, innen weich und gewohnt salzarm.

7. Obwohl oder weil das Lokal bei unserem Besuch nur leicht frequentiert war, gab es nur einen Kellner. Dieser hatte dennoch genügend zwischen Bar, Küche und Tischen zu tun. Während die Gäste keine Wünsche hatten hielt er sich dezent im Hintergrund, war aber oft genug in Sichtweite um weitere Bestellungen aufzunehmen.

8. Nachdem wir uns durch die Köstlichkeiten durchgefuttert hatten, kam der Kellner freundlich erneut mit der Karte um Desserts wählen zu können. Obwohl wir an diesem Punkt sonst nicht ablehnen, mussten wir diesmal passen. Die Auswahl las sich leider dennoch verführerisch.

9. Mit der für Preis und Leistung angemessenen Rechnung wurden wir gefragt ob wir noch einem cortado wünschten. Sonst ein typischer Ausklang nach so einem Essen entschieden wir uns aufgrund der fortgeschrittenen Zeit jedoch auch gegen dieses Angebot.

10. Mit der Abholung der Zeche erhielten wir die Offerte eines alkoholischen Getränkes aufs Haus. Nostalgisch schlossen wir den Abend mit einem gut gekühlten Hierbas ab.

Fazit des Abends

Ich kann das Viva la Vida guten Gewissens für Tapas empfehlen. Ein Abend, der sich eindeutig zu wiederholen lohnt. Dann kann auch die Dessertauswahl näher von mir unter die Lupe genommen werden.

Was wir nun alles gegessen haben und was es letztendlich gekostet hat?

Nun für 4 Bier, eine große Sangria, eine kleine Cola sowie 5 ganzen und zwei Tapasportionen, dazu nochmals Brot, Oliven und Ajoli schlug der Abend pro Person mit 20 Euro zu Buche. Plus gern gegebenes großzügiges Trinkgeld für einen freundlichen, zügigen und guten Service trotz kleiner Fehler, die überall mal passieren können.

Übrigens gibt es für die wärmeren Tage auch ein paar Stühle und Tische im Freien. Dank der ruhigen Lage stört die Ausrichtung zur Straße hin gewiss nicht beim Verzehr.

VivaLaVida_Tapasrestaurant

Wer zuviel bestellt und das Sättigungsgefühl nicht durch ein Schnäpschen senken kann, dem empfehle ich anschließend einfach einen Spaziergang durch den nahe gelegenen Lietzenseepark.

Informationen zum  „Viva la Vida“

Da Meinungen ja sehr subjektiv ausfallen hier eine kleine Auswahl weiterer Nachschlagequellen

Öffnungszeiten

Außer montags ist täglich von 10 bis Mitternacht geöffnet. Sonntags öffnet das Viva la Vida bereits eine Stunde früher.

Standort

Das „Viva la Vida“ befindet sich in der Suarezstraße 31 im Witzlebenkiez. Es liegt zwar in einer für öffentliche Verkehrsmittel recht abgelegenen Gegend. Dennoch erreicht man es zu Fuß bequem innerhalb von knapp 500 Metern.

  • Über die Rönnestraße vom S-Bahnhof Charlottenburg aus.
  • Mit dem M49 über die gleichnamige Haltestelle Kuno-Fischer-Straße sowie über die Suarezstraße am Amtsgerichtsplatz per Bus 309 oder X34.
  • Von der Ringbahn Messe Nord/ICC gelangt man wahlweise über die Dernburgstraße, die Kuno-Fischer-Straße oder quer durch den Lietzenseepark zum Restaurant, welches sich in Höhe Dernburgplatz befindet.

 

 

 

 

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