Charlottenburg ist sooo weit weg – 5 Fakten, die dagegen sprechen

So manches Wochenende verlasse ich Charlottenburg um Freunde und Familie zu treffen, Restaurants und Bars zu besuchen oder einfach Berlin zu erleben. Natürlich kann man vieles davon auch hier vor Ort, aber Wochenenden sind ja bekanntlich zum Ausgehen da.  Immer wieder höre ich jedoch, Charlottenburg sei so weit weg. Kein Wunder, da auf vielen City-Maps Berlin bereits am Tiergarten endet. Heute möchte ich mal ein paar Punkte anbringen, die dieses Vorurteil widerlegen.

Berlin ist mehr als das, was man auf dem Vorschaubild sieht. Eine Karte von ganz Berlin macht deutlich, wie weitläufig Berlin wirklich ist:

BezirkskarteBerlin

Bild: Karte der Verwaltungsgliederung Berlins / Urheber: TUBS (2010) / Quelle: Wikimedia Commons

1. Charlottenburg ist so weit weg – vom Zentrum

Generell gilt: Charlottenburg-Wilmersdorf ist DIE City-West. Und wenn man schon einmal am Ku’Damm ist, lohnt es sich den Bezirk etwas genauer zu erkunden.

Berlininyourpocket

Zusammenschnitt von Information zu Charlottenburg. Der komplette Guide findet sich in:  Berlin. in your pocket. 

2. Charlottenburg ist so weit weg – von allen Sehenswürdigkeiten

Ku’Damm, Bikini Berlin, KaDeWe und das Schloss Charlottenburg. Damit hat man in Charlottenburg alles gesehen? Nein. Charlottenburg hat einiges mehr an Sehenswürdigkeiten zu bieten.Ob eine Tour durch die Altstadt Charlottenburg, oder ein Ausflug nach Westend, es gibt viel zu entdecken. Dafür lohnt es sich auch mal den „weiten Weg“ auf sich zu nehmen.

3. Charlottenburg ist so weit weg – da braucht man ewig hin

Ich hatte in anderen Artikeln schon erwähnt, dass Charlottenburg sein Wachstum um 1900 der damaligen verkehrsgünstigen Lage verdankt. Diese ist auch heute noch up to date.

Zum Tiergarten ist es gar nicht weit, grenzt der Bezirk Mitte doch direkt an. Und wie oft sieht man geliehene oder eigene Fahrräder durch die 6 Kilometer des Tiergartens fahren. Wer das geschafft hat, kann sich auch noch ein klein wenig weiter Richtung Westen wagen.

Rund herum und quer hindurch: Mit der Ringbahn gelangt man aus Prenzlauer Berg in 20 Minuten nach Charlottenburg, mit der U2 in der gleichen Zeit bis zum Potsdamer Platz. Man kann auch die U7, die S5 oder S7 nehmen, um aus anderen hippen Bezirken hierher zu gelangen. Mit Wittenbergplatz und Gleisdreieck gibt es gleich zwei Umsteigemöglichkeiten aus der U1. Fahrzeit quer durch die Stadt: maximal 40 Minuten.

Setzt man doch einmal aufs Auto, so ist die Stadtautobahn schnell erreicht und je nach Tageszeit mehr oder weniger hilfreich.

Mit der Heerstraße wurde eine Ost-West-Achse geschaffen, die ebenfalls  erlebenswert ist. Wenn man die Möglichkeit hat eine Autofahrt über den Kaiserdamm bis runter zur Prenzlauer Allee zu machen, dann mag das zwar fast nie innerhalb der 30 Minuten Nettofahrzeit zu schaffen sein, bietet einem aber gleichzeitig eine unterhaltsame Stadtführung entlang vieler Berliner Sehenswürdigkeiten, so dass Verkehrsstau und rote Ampeln nicht ganz so schlimm erscheinen. Auch der Fahrer hat so die Möglichkeit die Sehenswürdigkeiten zu genießen.

Wer immer noch kritisch ist: Macht die Tour einmal oder fragt die Fahrinfos bei der BVG ab, wie lang es für euch dauert Charlottenburg zu besuchen!

4. Charlottenburg ist so weit weg – von Berlin

Hallo? Charlottenburg wurde zwar erst 1920 eingemeindet, doch gehört es (wie jeder andere Bezirk auch) zu Berlin. Mein Kiez zählt noch zur Tarifzone A, wieviel mehr City kann man sein? Die Ringbahn und die Umweltzone belegen diesen Fakt auch. Charlottenburg gehört nicht nur zu Berlin, sondern eindeutig zur Innenstadt.

5. Charlottenburg ist so weit weg – vom Fernsehturm

Normalerweise DAS Argument schlechthin. Dieses Wahrzeichen Berlins zieht Touristen und Einheimische magisch in seinen Bann. Doch sogar hier im „fernen“ Charlottenburg könnten Immobilienanbieter mit „Blick auf den Fernsehturm“ werben. Hier der bildliche Beweis:

Sicht auf den Fernsehturm von der Knobelsdorffstraße Höhe Epiphanienkirche (Westend)

Sicht auf den Fernsehturm von der Knobelsdorffstraße Höhe Epiphanienkirche (Westend)

Wer also eine 3-stündige Dampferfahrt oder eine Bustour von zwei Stunden durch „Berlin“ bereits erledigt hat und sich mal abseits der Touristenhochburgen die Stadt ansehen möchte: Macht euch auf den sooo langen Weg nach Charlottenburg und sagt mir ob es sich gelohnt hat 😉


Zum Beitragsbild: hier die Informationen zu den dargestellten Maps:

TITLE: Berlin, Germany
STARTING POINT: Bauhaus Archive, Berlin, Germany
ARTIST: Francesca Hands Up!
FROM: Rome, Italy
WEBSITE: http://www.flickr.com/photos/handsup_frabalducci/
FACEBOOK: https://www.facebook.com/handsup.handsup
TITLE: Very Berlin
STARTING POINT: Kadewe, Tauentzienstraße 21-24, Berlin, Germany
ARTIST: Gaby Florez-Estrada
FROM: Spain
WEBSITE: http://www.doitgrafik.com

 

TITLE: Berlin, Germany
STARTING POINT: Tiergarten, Berlin, Germany
ARTIST: Nadia Guillemin
FROM: France
FACEBOOK: https://www.facebook.com/nadia.guillemin
FAVORITE PLACE: London
FOOTNOTE: A map that represent a week end in beautiful Berlin. A bike and hop!

 

TITLE: Berlin in your Pocket
STARTING POINT: Wohnzimmer, Lettestrasse 6, Berlin, Germany
ARTIST: Veronica Cerri
FROM: Milano, Italy
WEBSITE: http://www.veronicacerri.com
FAVORITE PLACE: Berlin

weitere dieser toll illustrierten Maps finden sich bei TDAT

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2 Kommentare

  1. @Inzuam du läufst durch fast dieselben Straßen wie ich und mir fallen ganz ähnliche Dinge ins Auge 🙂 Finde ich lustig! Ich wollte unbedingt mal wieder ins Giro d’Espresso demnächst. Kommst du mit :)? Oder ins Café Bäckerin im Heimatmuseum. Ist auch gut-kennst du das?

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    1. Danke für die lieben Worte! So etwas ermutigt mich immer weiter zu machen mit meinen Kiezimpressionen. Im Giro bin ich regelmäßig, oder bei Espresso Mania oder im Röstwerk Berlin. Wir haben schon wirklich tolle Cafés im Kiez. Auch das Café Bäckerin hat seinen Charme, ist meiner Meinung nach aber eher im Sommer ein geeigneter Anlaufpunkt, wenn man draußen sitzen kann. Schließlich ist der Laden etwas räumlich begrenzt.

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