Die Luiseninsel im Schlosspark

Bei den sommerlichen Temperaturen möchte man am liebsten den ganzen Tag im Freien verbringen. Entsprechend bietet sich ein kleiner Spaziergang im Schlosspark an. Denn trotz merklich erhöhter Besucherzahlen hat man den Schlossgarten fast für sich alleine, wenn man nur ein paar Schritte vom Schloss weggeht. Mein Spaziergang im Schlosspark Charlottenburg führte mich diesmal auf die Luiseninsel. 

Fast wäre ich an diesem malerischen Ort vorbei gegangen. Denn der idyllische Lieblingsort Königin Luises ist nur über eine kleine, unauffällige Holzbrücke betretbar. Dabei kann man sie eigentlich nicht verfehlen, denn die Luiseninsel liegt mitten im Zentrum des Schlossgartens. Sie entstand 1799 im Auftrag König Friedrich Wilhelms III.

Um die Insel entstehen zu lassen wurden die Wasserläufe westlich des Karpfenteiches verändert. Die so entstandene „Neue Insel“ war Bestandteil des Gartenumbaues von einem barocken zu einem landschaftlich geprägten Schlossgarten. Zuständig für die Umgestaltung waren Johann August Eyserbeck und Georg Johann Steiner. Damals war die Insel nur per Fähre zu erreichen und wurde durch die abgeschiedene Lage zu einem beliebten Rückzugsort der preußischen Königin Luise.

Luiseninsel_Plan

Ferdinand Fintelmann – Schlossgarten Charlottenburg, Zustand 1857, Ausschnitt Luiseninsel, Farblithographie Bild: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf

Die gärtnerische Gestaltung mit zwei Rundwegen und Blumenbeeten verleihen dem romantischen Inselchen einen heiteren Charakter. Königin Luise soll auf der Südspitze der Insel ihren Lieblingsplatz gehabt haben. Dort verweilte sie gerne auf einer einfachen Holzbank, wie man sie an selber Stelle noch heute findet.

Zwar kann man die Insel innerhalb von fünf Minuten problemlos ablaufen, doch versprüht der Ort ein Flair, welches zum langsamen Schlendern auffordert. Für das rastlose Auge finden sich drei Skulpturen auf dem Eiland.

„Mit der Aufstellung der drei Skulpturen schien Friedrich Wilhelm III. die Errichtung einer weiteren, neben dem Mausoleom jedoch ganz anders wirkenden Gedenkstätte für die früh verstorbene Luise beabsichtigt zu haben. Nicht an die tote Königin, sondern an seine geliebte Gemahlin sollte hier inmitten der heiteren Natur erinnert werden.“ (spsg)

An der Nordspitze findet sich ein Nachguss der damals von Heinrich Hopfgarten angefertigten Büste der Namenspatronin. Ein wunderschönes Fotomotiv, da so mancher Besucher hier noch immer Blumen niederlegt.

Luisenbüste_Luiseninsel

Büste Königin Luise von Preußen – Nachguss von Wilhelm Füssel

Im südlichen Inselteil steht noch immer im Original der ebenfalls von Hopfgarten nach griechischem Vorbild geschaffene „Kapitolinische Armor“.

Kapitolinischer Armor_Luiseninsel

Kapitolinischer Armor – Skulptur von Heinrich Hopfgarten nach einem griechischen Bronzevorbild Lysippos aus dem 4. Jh. v. Chr.

Bei der dritten Statue handelt es sich um eine Nachbildung der Venus von Medici, welche man im Inselzentrum findet.

Venus von Medici Nachguss_Luiseninsel

Nachbildung der Venus von Medici aus den Uffizien von Florenz

1989 wurde die Luiseninsel nach gartendenkmalpflegerischen Grundlagen wieder hergestellt und über eine neu geschaffene Brücke für Besucher zugänglich gemacht. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Venus wurde zu diesem Anlass durch einen Nachguss aus der Bildgießerei Noack ersetzt.

Nicht verwechseln darf man das kleine Inselchen im Schlossgarten Charlottenburg mit der gleichnamigen Insel im Großen Tiergarten, welche ebenfalls einen Besuch wert ist und mit romantischem Flair, farbenfrohen Blumenbeeten und einer weißen Marmorbüste Königin Luises lockt.

Marmorstatue Luise- Luiseninsel Tiergarten

Marmorstatue Luise auf der gleichnamigen Luiseninsel im Großen Tiergarten

Webschmankerl

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