Berlin-Ikone Ampelmännchen

Ost oder West? Diese Frage sollte nach all den Jahren (eigentlich) keine mehr sein. Doch gerade bei kleineren Dingen flammt diese Frage doch allzu schnell wieder auf. Ein Alltagsgegenstand hat es dabei besonders weit gebracht: Das Ampelmännchen.

Ehre, wem Ehre gebührt. Das „Ost-Ampelmännchen“ ist eindeutig gestaltet und regelt aus gutem Grund inzwischen fast überall den Fußgängerstrom. Diejenigen, die auch bei rot über die Straße laufen, ist die Form des gezeigten Männchens dabei so oder so egal. Doch gerade durch seine Verbreitung, finde ich es dann auch mal schön, hin und wieder ein wenig Abwechslung zu erhalten. In Berlin besteht diese aus den noch existierenden „West-Ampelmännchen“.

Geschichte der Verkehrsampel

Die erste Ampel wurde 1868 in London aufgestellt um den Verkehr von Kutschen und Pferdekarren zu regulieren. Diese wurden mit Gaslicht betrieben. Als dann das Auto die Pferde betriebenen Wagen ablöste, musste ein schnelleres Signallicht her. Ein elektrische Leitsystem, wie es bereits für die Eisenbahn üblich war, erkannte Polizist William Potts als sinnvolle Lösung. 1919 wurde die erste dreiteilige Ampel in Detroit installiert.

Erst 1924 gelangte die Verkehrsampel nach Deutschland. Dafür aber gleich nach Berlin. Noch heute steht eine Nachbildung der ersten deutschen Verkehrsampel nach amerikanischem Vorbild am Potsdamer Platz.

Doch bis 1937 mussten deutsche Fußgänger nach wie vor das sichere Überqueren einer Straße selbst entscheiden. Erst dann nahm die erste Fußgängerampel mit ihrem zweiteiligen Leitsystem ihren Dienst auf. Ab da hieß es für Passanten: Grün heißt gehen, rot heißt stehen!

Ende der 1950er Jahre kamen dann in Europa die Ampelmännchen als zusätzliches Sicherheitselement auf. Studien ergaben, dass die Farben häufig nur schlecht gesehen wurden und die Kombination aus Figur und Farbe stärker befolgt wurde, als die Signalfarbe allein.

Inzwischen gibt es viele verschiedene Ampelfiguren und einige neue kommen sogar noch hinzu. Doch auch aktuelle Studien belegen, dass das von Verkehrspsychologe Karl Peglau für die DDR entworfene Ampelmännchen das Verhalten von Fußgängern am Besten beeinflusst. Schließlich soll Sicherheit vorgehen. Daher breiten sich die „Ost-Ampelmännchen“ seit 2005 ganz offiziell in ganz Berlin aus.

Übrigens ist das Ost-Ampelmännchen weltweit das Einzige mit Hut. Wie es dazu kam?

„Als Politikum entpuppte sich dagegen die Gestaltung der Kopfpartie, erinnert sich Hildegard Peglau: Ein Seitenscheitel? Nicht antifaschistisch genug! Ein prägnanter Lockenkopf? Zu südländisch! Die Lösung lächelte an einem Sommertag in die Kameras des Staatsfernsehens: Die Sonne schien, die Hitze brannte und Erich Honecker trug einen Strohhut.“ (berlin.de)

 Webschmankerl

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s