Georg-Kolbe-Museum und Café K

Wow, bloggen hat in den letzten Wochen keinen hohen Stellenwert einnehmen können. Entsprechend verwaist sieht es seit mehr als zwei Monaten hier aus. Um dem Abhilfe zu Schaffen möchte ich als erstes mein Versprechen einlösen, das Georg-Kolbe-Museum näher vorzustellen. Das Areal bietet nicht nur ein kleines Museum mit wechselnder Ausstellung, sondern ein Café und einen wundervollen Garten, in deren entspannter Atmosphäre man die Gedanken schweifen lassen kann. 

Der Künstler Georg Kolbe

Als Hauptexponent der idealistischen Aktplastik hat Kolbe die Kunst seiner Generation geprägt. Während eines Aufenthaltes in Rom,1898−1901, begann er eher zufällig mit dem Modellieren. 1904 kam Kolbe nach Berlin. Schon kurz darauf wird er in die Berliner Secession aufgenommen und vom bedeutendsten Kunsthändler der Stadt, Paul Cassirer, vertreten.

Um 1911/12 findet Kolbe zu einer eigenständigen plastischen Formensprache und erschafft seine Tänzerin (die sich noch heute in der Berliner Nationalgalerie befindet). Diese Bronzefigur wird zu einem der bekanntesten deutschen Kunstwerke des 20. Jahrhunderts. Sie ist eine recht interessante Aktplastik, da sie deutlich den Zeitgeist widerspiegelt, Ideale zu verkörpern.

1919 wird Kolbe Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und im gleichen Jahr Vorsitzender der Freien Secession, der damals bedeutendsten Künstlergemeinschaft in Berlin.

In den 1920er Jahre nimmt Kolbe Abstand von Stilisierungen und unnatürlichen Proportionen und modelliert stattdessen sich sportlich bewegende Frauenfiguren.

Nach dem Tod seiner Frau 1924 verweigert Kolbe sich der Schaffung weiterer fröhlicher Frauenstatuen.  Kolbes neues Figurenideal, dem kräftige, muskulöse Körper entsprechen, ist von der NS‑Propaganda verwendbar. Er engagiert sich zwar für expressionistische Künstlerfreunde, z. B. als letzter Präsident des 1936 verbotenen Deutschen Künstlerbundes, stellt seine Werke jedoch auch während der NS‑Zeit aus, womit er die Kunstpolitik des Regimes indirekt unterstützt.

Bild: Georg Kolbe etwa um 1940, Autor: Narodowe Archiwum Cyfrowe, Sygnatura: 2-14259a Quelle: Wikimedia Commons

In den Jahren 1928/1929 erbaut Kolbe in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Architekten Ernst Rentsch ein Atelierhaus in der Sensburger Allee. Im ruhigen Westend kann er sein Schaffen bis zu seinem Tod 1947 fortsetzen. Testamentarisch verfügt Kolbe, dass sein Werk in seinem Atelierhaus öffentlich zugänglich zu machen sei. Diesen Auftrag setzt das Georg-Kolbe-Museum auch heute noch um.

Das Museum

Seit 1950 wird Kolbes ehemaliges Atelierhaus als Museum genutzt. Es gilt als das einzige in Berlin öffentlich zugängliche Künstler-Atelier.

Letzte Ausstellung

Noch bis zum 11. Oktober 2015 präsentierte das Georg Kolbe Museum eine Ausstellung zum Mitbegründer des Dadaismus Hans Arp. Unter dem Titel „Nabel der Avantgarde“ finden sich zahlreiche Exponate aus unterschiedlichsten Materialen zu Arps favorisiertem Fokus: dem Bauchnabel.

Bis voraussichtlich April/Mai 2016 ist das Museum wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Dennoch ist ein Besuch des Café K und des Gartens auch weiterhin möglich und durchaus empfehlenswert.

Das Wohnhaus – heute: Café K

Kolbes Wohnhaus beherbergt heute das CAFÉ K, in welchem man eine reiche Auswahl an Naturprodukten erhält.

Der Café-Service verfügt aber nicht nur über Platz im Wohnhaus und der angrenzenden Terasse. Im Sommer erstreckt er sich  auch bis an den idyllischen Garten zwischen Atelier und Wohnhaus. Trotz der Nähe zur S-Bahn sowie der Heerstraße kann man unter den alten Kiefern schnell den Trubel und die Zeit vergessen.

Skulpturen und Garten

Auch wenn das Museum derzeit geschlossen ist, so lohnt sich ein Besuch des Georg-Kolbe-Museums allein des auf dem Grundstück angelegten Gartens wegen. Hier finden sich viele Statuen Kolbes sowie ein wunderschöner Brunnen.

Öffnungszeiten

Museum:  Dienstags bis Sonntags von 10-18 Uhr (voraussichtlich wieder ab März/April 2016)

Café: ebenso. Darüber hinaus stehen ab 18:30 eine kleine Abendkarte und ausgewählte Weine zur Auswahl, wenn eine Abendvorstellung stattfindet. Diese beginnen um 19:30 und umfassen ein vielfältiges Kulturprogramm von Lesungen bis hin zu Konzerten.

Eintrittspreis

5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr wird freier Eintritt gewährt.

Adresse

Das Georg-Kolbe-Museum und das angrenzende Café K befinden sich in der Sensburger Alle 25 und sind gerade einmal 250 Meter vom S-Bahnhof Heerstraße entfernt.

Besuchs-Tip

Nur wenige Minuten zu Fuß entfernt findet sich zudem ein nach Georg Kolbe benannten Hain, welcher befindet sich der „Georg-Kolbe-Hain“ mit posthumen Güssen von fünf Großbronzen der 1930er und 1940er Jahre, welche die Arbeiten des Künstlers jederzeit der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Webschmankerl

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