U-Bhf. Theodor-Heuss-Platz: Einmal hochschauen bitte!

Auf der von Alfred Grenander erbauten und gestalteten U-Bahnstreckeder U2 ist noch so mancher Bahnhof mit Originalfliesen verziert. Ein ganz besonderes erhalten gebliebenes Exemplar seiner Designs ist jedoch die Gestaltung des U-Bhf. Theodor-Heuss-Platz. Dieser ehemals als U-Bahnstation Reichskanzler-Platz 1908 errichtete Bahnhof überstand den Zweiten Weltkrieg und die ihn begleitenden Bombardierungen weitestgehend unbeschadet. So finden sich hier noch heute einige Originale, die von damals berichten.

Majolika-Fliesen

Schneeweiß strahlen die königlich preußischen Baukeramiken aus der Werkstatt Cadinen am Frischen Haff bei Elbing. Über hundert Jahre sind sie inzwischen alt.

„Dass die Fliesen für die Decke aus den Cadiner Werkstätten gekauft wurden, dürfte kein Zufall sein“ berichtet Joachim Gorell, Kommunikationsbeauftragter der BVG für den Bereich U-Bahn. „Die Werkstätten gehörten dem preußischen Herrscherhaus der Hohenzollern. Die waren am Genehmigungsverfahren für die U-Bahnstrecke mitbeteiligt. Und über die hochwertigen Majolikas könnten sie dann auch am Bau mitverdient haben.“ (Blast, S. 105)

Kaiser Wilhelms II. richtete sich im ostpreußischen Cadinen ab 1898 einen Sommersitz ein. Die dortigen Tonvorkommen ließ er auf die Eignung für Feinkeramik überprüfen und gründete 1904 die Cadiner Majolika-Werkstatt. Zunächst bestimmten Nachbildungen antiker Stücke sowie Pflanzgefäße und baukeramische Fliesen die Produktion.  Vornehmlich U-Bahnhöfe in der Hauptstadt wurden mit Cadiner Majolika geschmückt. Erhalten blieben nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nur die Eingangsdecken des Bahnhofs Reichskanzler-Platz, jetzt Theodor-Heuss-Platz.

MajolikaFliesen_Preußisch Blau

Preußisch Blau

Und auch sonst zeigt sich der preußische Ursprung. Denn die Lampen im Zentrum der Majolika-Fliesen sind nochmal in eine einzelne blaue Fliese eingepasst – genauer gesagt im Farbton: preußisch blau.

Auftraggeber Siemens

Die U-Bahnlinie und speziell der Bahnhof Reichskanzler-Platz wurden von Siemens errichtet. Und so setzte Grenander seinem Auftraggeber ein ganz besonderes Zeichen im U-Bahnhof. Ein rotes Rad unter einem gelben Flügel war damals das Firmenwappen der Siemens’schen Hochbahngesellschaft.

Eingang U-Bhf Theodor-Heuss-Platz

Als Markenzeichen der Eisenbahn findet man dieses hier unter Erde in Form einer Fliese, die uns noch heute an den Urheber des Bahnhofes erinnert.

Firmenwappen Siemens

Die Zeit steht still

Ein echt antikes Stück findet sich darüber hinaus in Form einer Bahnhofsuhr. Das gute Stück zeigt nach wie vor die richtige Uhrzeit. Was sie so besonders macht, ist die Tatsache, dass sie ebenfalls aus dem Jahr 1908 stammt. Der Zeitmesser ist ein echtes Original, dem man sein Alter aber gar nicht ansieht.

Uhr Original 1908

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