Der Glockenturm am Olympiastadion

Berlin von oben ist immer einen Blick wert. Die doch recht flache Bauweise bietet einem bei schönem Wetter immer wieder von fast überall her einen faszinierenden Blick auf die Berliner Skyline. Und um den tollen Ausblick genießen zu können, muss man nicht erst nach Neukölln oder Mitte fahren. Ganz einfach kann man das Spektakel beispielsweise vom Glockenturm am Olympiastadion erleben. 

Der Glockenturm am Olympiastadion ist 76 Meter hoch und krönt die sogenannte Langemarckhalle, den monumentalen Eingangsbau der Haupttribüne des Maifeldes, westlich des Olympiastadions.

„Die offene Halle war den Gefallenen der Schlacht bei Langemarck vom November 1914 gewidmet. Auf diese Weise verbanden sich erstmals militärisches Gedenken und heroisierender Opferkult mit einer Sportanlage.“ (Ausstellungstafel zur Langemarckhalle)

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Glockenturm stark beschädigt und wurde 1947 aufgrund drohender Einsturzgefahr von britischen Pioniereinheiten gesprengt. Um Metalldiebstahl vorzubeugen, wurde damals die beschädigte Olympiaglocke vergraben und erst 1956 wieder geborgen. Sie wurde daraufhin am Südportal des Olympiastadions aufgebaut. 1960 entschied sich das Berliner Bauamt für den Wiederaufbau des Glockenturmes, welcher 1962 abgeschlossen werden konnte.

Mit dem Wiederaufbau wurde der Architekt Werner March betraut, welcher bis auf kleinere Umbauten die Langemarckhalle und den Glockenturm nach seinem ursprünglichen Entwurf wieder herstellte. 1962 erhielt der, nun um einen Meter höher errichtete Glockenturm eine neue, leichtere Glocke.

Glocke am Olympiastadion

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde der Glockenturm komplett modernisiert und befördert die Besucher seitdem in einem gläsernen Aufzug bis hoch zur Glocke.

Gläserner Fahrstuhl

Gläserner Fahrstuhl

Nur die letzten Höhenmeter bis zur Aussichtsplattform gilt es dann noch per pedes zu überwinden. Belohnt wird man dort mit einem Rundumblick vom Fernsehturm bis zum Flughafen Gatow.

Geschichte vor Ort

Im Eintrittspreis enthalten ist jedoch nicht nur der Besuch des Glockenturms und seiner Aussichtsplattform. Der Bau am Maifeld beherbergt zudem ein Museum. Im ersten Stock findet sich die Langemarckhalle in welcher man über die Geschichte rund um Halle, Glockenturm und nationalsozialistischem Heldenmythos informiert wird.

Neben den Schautafeln laden auch mehrere PC-Stationen dazu ein durch die Geschichte zu surfen. Zudem besteht die Möglichkeit auf einen Teil der historischen Maifeldtribüne zu gelangen. Im Erdgeschoss selbst findet sich der Rest der Dauerausstellung zur Geschichte des Olympiastadions – von den Anfängen der Berliner Turnbewegung unter Jahn, bis hin zur heutigen Nutzung als Heimstatt von Hertha.

Die Dokumentationsausstellung zum „Geschichtsort Olympiagelände 1909 – 1939 – 2006“ wurde vom Deutschen Historischen Museum konzipiert und soll Besuchern Informationen über die „wechselvolle Bau- und Nutzungsgeschichte“ bieten. Ein zusätzlicher Medienraum ergänzt die aufgestellten Bildtafeln durch entsprechendes Filmmaterial.

Öffnungszeiten

Im November ist der Glockenturm samstags und sonntags von 10.30 bis 15.30 Uhr geöffnet.  Am 31. Dezember 2015 zusätzlich von 10 bis 16 Uhr. Die nächste Saison beginnt am 25. März 2016. Dann ist der Glockenturm wieder täglich von 9 – 18 Uhr geöffnet.

Eintrittspreise

Erwachsene zahlen 4,50 Euro, Kinder 2,50 Euro und bei Gruppen ab 10 Personen sinkt der Eintrittspreis auf 3,50 pro Person. Im Eintrittspreis enthalten ist neben der Aussichtsplattform die Ausstellung zur Geschichte des Olympiastadions.

Anfahrt

Der Eingang zum Glockenturm befindet sich in der Glockenturmstraße 1. Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinfahren möchte, der sollte am Besten die S5 nehmen und am Bahnhof Pichelsberg aussteigen. Dann sind es gerade noch 3 Minuten Fußweg. Oder man fährt mit dem Bus bis zur Passenheimer Straße, welche vom M49 und der Linie 218 bedient werden und läuft dann die letzten Meter.

Webschmankerl & Bücherkiste

 

 

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