Aktion „Kiezbaum statt Plastiktüte“

„Augen auf beim Kiezlauf.“ Das ist ja schon lange mein fruchtbares Motto, wenn ich durch den Klausenerkiez spaziere. Letzte Woche bin ich beim Einkaufen auf den zweisprachigen Aufsteller vor meinem Gemüsehändler gestoßen, der alle Anwohner sowohl auf deutsch als auch auf türkisch über die Aktion „Kiezbaum statt Plastiktüte“ informiert.

Bei dieser Aktion geht es um die Tatsache, dass allein in Berlin rund 710.000 Einweg-Plastik täglich über die Ladentheke gehen. (Stand 2014 bei Berlin tüt was)

Dabei hat eigentlich jeder mindestens einen Mehrwegbeutel zu Hause rumliegen. Trotzdem sind immer noch genügend Menschen zu faul oder vergesslich, immer einen eigenen Beutel mit dabei zu haben. In den letzten Jahren sind die Tüten in den meisten Geschäften zwar kostenpflichtig geworden, aber gerade beim Lebensmitteleinkauf werden noch immer unzählige kostenlose Tüten benutzt um Obst und Gemüse einzeln zu verpacken.

Die guten Vorsätze sind zwar löblich, doch bei der Umsetzung mangelt es doch noch. Dabei ist gerade das Vermeiden von Plastiktüten ein kleiner aber effektiver Handgriff beim persönlichen Klimaschutz.

Dem Rohstoffverbrauch zur Herstellung der Unmengen an Plastiktüten sowie dem daraus resultierenden Müllberg muss Einhalt geboten werden. Das ist den meisten schon klar geworden. Von oben ist das recht einfach zu regulieren. Man entscheidet einfach die Reduzierung.

„Die EU sieht vor, dass in allen Mitgliedsstaaten bis 2025 der Plastiktütenverbrauch auf 40 pro Kopf und Jahr reduziert werden muss.“

Doch um das wirklich zu realisieren, bedarf es letztendlich doch der persönlichen Eigenverantwortung vieler einzelner Menschen.

Eine Aktion, wie „Kiezbaum statt Plastiktüte“ kann vielleicht den ein oder anderen dazu motivieren, seinen Teil zum Klimaschutz beizutragen.

Übrigens gehört der von mir entdeckte Aufsteller zum türkischen Lebensmittelgeschäft Özen Kardesler in der Seelingstraße 16 Ecke Nehringstraße. Einem Geschäft, in welchem ich bisher immer besonders schnell mit meinem Beutel wedeln musste, um mein Gemüse nicht bereits in einer Plastiktüte verschwinden zu sehen.

„Ich finde es wichtig, dass wir alle weniger Plastiktüten benutzen, sorgsamer mit unseren Ressourcen umgehen und das Klima schützen. Wir Unternehmer tragen dabei eine große Verantwortung. Mit der Teilnahme möchten wir unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten“, erklärt İletişim Sayfası, der Geschäftsführer seine Entscheidung. „Das besondere an der Aktion ist, dass wir gemeinsam nicht nur Plastiktüten einsparen, sondern auch einen neuen Kiezbaum bekommen. Damit tun wir gleich doppelt etwas für das Klima und das Engagement wird am Ende durch den Baum konkret sichtbar.“ (Mehr Wege als Einweg)

Özen Kardesler steckt zukünftig für jede Plastiktüte, die ein Kunde nicht möchte, fünf Cent in eine Box. Im Herbst sollen von dem so zusammen gekommenen Geld dann je nach Höhe der erzielten Einnahmen Bäume für den Kiez gekauft werden.

Der Berliner Senat hat sich bereits zu dieser Aktion geäußert und verspricht im Rahmen seiner Kampagne ‚Stadtbäume für Berlin‘  für jede zusammen kommenden 500 Euro weitere 500 Euro beizusteuern. Denn ein Stadtbaum kostet in den ersten 3 Jahren rund 1000 Euro.

StadtbaumHorstweg

Mein Gemüsehändler im Kiez motiviert also nun seine Kunden ihren Teil zum Umweltschutz beizutragen und so dem eigenen Kiez noch etwas Gutes zu tun!

Ich kann nur hoffen, dass diese Aktion in der Nachbarschaft auf positive Resonanz trifft und sich auch noch andere Geschäfte hier an dieser Aktion beteiligen.

Denn bisher ist Özen Kardesler im Klausenerkiez noch als einziges Geschäft an dieser Aktion beteiligt. Unternehmer, die sich vor Ort an der Aktion „Kiezbaum statt Plastiktüte“ beteiligen wollen, können hierzu Birger Prüter vom  Klimaschutzmanagement Klausenerplatz kontaktieren.

Die Aktion „Kiezbaum statt Plastiktüte“ läuft seit dem 1. Februar 21016 und geht noch bis zum 30. September 2016.

Ich finde die Aktion „Kiezbaum statt Plastiktüte“ passt hervorragend in die immer wieder im Klimaschutzkonzept auftauchenden Projekte hier im Kiez. Denn sie erregt Aufmerksamkeit, trägt zur Senkung der CO2-Emissionen gleich doppelt bei und belohnt die Anstrengungen jedes einzelnen durch die Verschönerung des Kiezes. Die Aktion „Kiezbaum statt Plastiktüte“ ist ein gutes Beispiel, wie man mit einfachen Mitteln den kommunalen Klimaschutz erlebbar machen kann.

Webschmankerl

Carolin Brühl und Gabriel Michailidis (06.02.2016): Berlin sagt Plastiktüten den Kampf an in Berliner Morgenpost

Kiezbaum statt Plastiktüte bei Mehr Wege als Einweg

 

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